Die Granulation / granulieren: Herstellung der Granalien

 
Rogerus
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Die Granulation / granulieren: Herstellung der Granalien

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Gepostet: 14.03.2007 - 20:15 Uhr  ·  #1
Verfahrensbeschreibung zur Herstellung von Granalien (Kugeln) auf feuchtem Holzkohlepulver:

Erdfeuchtes Holzkohlepulver wird auf dem Boden eines Gefäßes eingebracht und durch Andrücken verdichtet.
Metallschmelze wird in etwa 20 cm Abstand eingegossen. Dadurch entstehen Granalien in unterschiedlicher Größe.

Urheberrechte an der Verfahrensbeschreibung und Text liegen allein bei Guido Graeff - Helmarshausen, den 14.03.2007

goOse
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Granulation / granulieren: Granalien-Herstelllung

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Gepostet: 17.03.2007 - 10:02 Uhr  ·  #2
Sehr schönes Teil, da steckt viel Zeit drin

Man kann auch sehr gut ein Blech nehmen und mit einer grobe Feile (Hieb1) grobe Spähne abfeilen. Diese mischt man dann mit dem besagten Kohlepulver und mischt das Gold-Kohle-Pulver gut durch, so das eine gleichmäßige Verteilung entsteht. Das Ganze dann verdichten und ab in den Ofen stellen. Die Spähne schmelzen und bilden aufgrund ihrer Oberklächenspannung kleine Kugeln. Nach dem Erklalten kann man dann die Kugeln unter laufenden Wasser aussieben und sortieren.

Urheberlich darf man meinen Text gerne verwenden, da ich sicher nicht der Erste bin, der auf die Idee gekommen ist.
Rogerus
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Granulation / granulieren: Granalienherstelllung

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Gepostet: 17.03.2007 - 12:34 Uhr  ·  #3
Benvenuto Cellini empfiehlt:
Metallschmelze in Holzkohlenpulver gefülltes Gefäß zu gießen.

Nach zahlreichen Versuchen ist es mir gelungen das anike Verfahren wieder
nachzuvollziehen.
Cellini erwähnte nicht erdfeuchte Holzhohlepulver zu verwenden,
er setzte es wohl voraus.

Einfacher Brennofen 1200 Grad reicht nicht aus. (Viel Ausschuss)
Habe ein Holzkohlefeuer im Kaminofen entfacht. Durch die große Hitzeentwicklung habe ich ein deutlich besseres Ergebnis erhalten.


Thomas
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Gepostet: 17.03.2007 - 19:31 Uhr  ·  #4
Hallo Rogerus,
tolle Arbeiten. Welches Verfahren nutzt Du zum Aufbringen der Granalien auf das Grundmetall.
mfg
Thomas
Rogerus
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Gepostet: 18.03.2007 - 14:01 Uhr  ·  #5
Hallo Thomas,

so feine Granalien (Staubgranulation) lassen sich nur noch mit einem Pinsel auftragen.

Thomas
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Gepostet: 21.03.2007 - 19:54 Uhr  ·  #6
Hallo Rogerus,
es ging mir eher um die Verbindung der Granalien mit dem Untergrund.
Im Fischer Katalog ist eine Beschreibung mit Kupfersalzen.

mfg

Thomas
Rogerus
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Beschreibung Granalienherstellung

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Gepostet: 03.04.2007 - 19:17 Uhr  ·  #7
Hallo Thomas,
liebe Goldschmiedegemeinschaft,

als erstes möchte ich über die Herstellung von Granalien berichten.
Trockenes Holzkohlenpulver kann man nicht verdichten. Die Schmelze fällt immer durch, zerspringt nicht und entzündet das Pulver. Mehrere Schalen sind mir von der Hitze zerbrochen, Holzschalen wurden rissig und die Granalien setzten sich darin fest. Habe mit einem Brenner Tropfen von einem Draht (verwendete Silber- oder Goldlegierungen) abgeschmolzen und durch glühende Siebe tropfen lassen, mit Prallblechen gearbeitet, wobei ich schon recht gute Ergebnisse mit Graphitprallblechen hatte. Trockenes Pulver staubt ganz schön, besonders beim Waschen. Mehrfach habe ich das Badezimmer mit einer feinen Rußschicht versehen. Sehr zur Freude meiner Freundin.
Beim Eingießen von Schmelze in eine Eisenform (ich wollte eine Blechplatte gießen), explodierte mir die Schmelze, da die Eisenform noch etwas Feuchtigkeit enthielt. Das ganze Zimmer war voller Granalien. Probierte es dann mit feuchtem Prallblech, wobei allerdings die Schmelze darauf liegen blieb. Wenn sich das Pulver entzündet, decke ich die Schale mit einer Platte ab, um die Glut zu ersticken. Einmal hatte ich nicht lange genug gewartet und in der Badewanne die Granalien mit der Duschbrause waschen wollen. Da es noch etwas am Glühen war und ich das Badezimmer wieder zu verrußen drohte, ging ich nochmals zurück und nahm einen Löffel mit etwas Wasser und löschte die Glut vorsichtig. Danach strich ich mit dem Löffel das Pulver glatt und unternahm einen neuen Versuch!
Das Ausgießen von Metallschmelze auf feuchtem und verdichteten Holz-kohlenpulver stellt eine erhebliche Vereinfachung des heutigen gebräuchlichen Verfahrens dar. Das Einbetten von Blechschnipsel und stundenlanges Brennen in Holzkohlenpulver wird jetzt nicht mehr benötigt.
Tagelanges Blechschnipseln mit der Schere hinterließen zahlreiche Blessuren an meinen Händen. Das Einbetten von Feilspäne in Holzkohlenpulver und anschließendem Brennen ist nur noch für die Herstellung von großen Mengen Staubgranalien nötig.
Etwas trockenes Holzkohlenpulver über das erdfeuchte verdichtete Pulver streuen, erzeugt ein noch besseres Zerspringen. Ich habe beobachtet, dass die Granalien sehr lange flüssig und glühend sind. Wer kennt nicht den Effekt, wenn ein Wassertropfen auf einer heißen Herdplatte zerspringt und lange auf ihr herwandert. Es ist der gleiche Effekt nur umgedreht. Einzelne Granalien lassen sich sehr gut mit der spitzen Brennerflamme seitlich an das, auf feuchtem und verdichteten Holzkohlenpulver aufgelegte Metall erzeugen. Es findet kaum ein Wärmeaustausch (zwischen feuchtem Holzkohlepulver und Metall) statt und es erfolgt ein sehr rasches zusammenziehen.
Ich wünsche allen viel Freude beim Herstellen von Granalien.

Heinrich Butschal
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Granulierarbeiten ohne Probleme mit Graphitpulver

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Gepostet: 04.04.2007 - 08:10 Uhr  ·  #8
Für Granulierarbeiten habe ich ohne Probleme mit trockenem Graphitpulver gearbeitet.
900er Blech dünn ausgewalzt, dann rechteckige Paillen geschnitten, und in Schichten in einem Tiegel auf Graphitpulver gestreut bis der tiegel randvoll war.
Dann das Ganze in einen Emailleofen und nach dem Abkühlen ins Wasserbad und die Granalien sortiert.

Natürlich darf man den Tiegel nicht aufstampfen oder schütteln, dann fallen die Paillen nach unten durch.
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