Hi zusammen,
diese Mail ist ueber einen Zeitraum von ca. 2 Wochen "gewachsen" bevor ich
sie Abgeschickt habe:
Ich habe letztens fuer meine Fraese ein "Stichelgeraet" gebaut.
Das Problem beim CNC-Gravieren ist ja oft, dass bereits wenige
hundertstel mm Differenz bei Eindringtiefe eine V-Stichels (durch
Unebenheiten des Materials oder der Auflagefläche) ganz erhebliche
unschoene Breitenaenderungen der Gravur verursachen.
Ich habe nun ein oszillierendes Messer so umgebaut, dass es einen
HSS-Stichel mit einfacher geschliffener Spitze aufnehmen kann.
Dieser Stichel ist in einer Messingbuchse federnd gelagert und ragt
ca. 2 mm aus der Buchse heraus.
Der Stichel schlaegt dann nur mit der Federkraft waehrend der Bewegung
des Messerkopfes winzige Vertiefungen ins Material. Im Gegensatz zum
"Ritzen" wirkt sich aber der Reibungswiderstand im Material nicht so
stark aus und auch sehr kleine Kreise bleiben rund und zeigen nicht die
typischen Ei-foermigen "Unrundheiten".
Um nicht nur Graphiken und Konturen sondern auch Grautoene gravieren
zu koennen, habe ich ein Programm geschrieben, das aus Grautoenen
Kreise berechnet und so z.B. einen weissen Bildpunkt gar nicht, einen
hellen Bildpunkt mit einem grossen Kreis und einen dunklen Bildpunkt
mit einem kleinen Kreis stichelt. ("gross" heisst in diesem Fall 1mm
und "klein" weniger als 1/10 mm)
Ein erster Versuch in einem Alu-Blech ergab ein Bild, das wie eins der
aus unserer Kindheit bekannten "Wackelbilder" wirkt: Auf den ersten Blick
ist es eine graue Flaeche mit unregelmaessigem Muster - je nach Lichteinfall
ist das Bild zu erkennen, zu erahnen oder wirkt sogar "durchscheinend".
Und nun komme ich zu dem Punkt: die Idee mit der Umsetzung von
Helligkeitswerten in Kreisradien war meine erste spontane Idee und
sie war am leichtesten Umzusetzen. Besser waere vermutlich, jeden Bildpunkt
in eine Matrix umzurechnen, und dann helligkeitsabhaengig keinen, einen oder
einen "Stichelhaufen" um das Zentrum des jeweiligen Bildpunktes herum zu
setzen. (Das sollte dann Bilder ergeben, die aehnlich wirken, wie die Bilder
von Roy Lichtenstein.)
Nun habe ich das Programm so geaendert, dass kleine "Sternchen" gestanzt/gestichelt/geritzt
werden: je nach Helligkeitsstufe nichts, eine winziges Kreuzchen, eine kleines oder ein grosses
Kreuz. (in 255 verschiedenen Abstufungen)
Mit einem unbewegten (nur leicht aufliegendem) Stichel kommt auf eine polierten Aluplatte ein
Bild heraus, das an ein Hologramm erinnert - nur bei ganz bestimmtem Lichteinfall ist das Bild
ueberhaupt zu sehen. Sonst wirkt die Platte nach wie vor wie poliert.
Auf einer Silbermuenze (999er) mit einem oszillierenden Stichel entsteht ein Bild, das wie ein
grosser Fleck aussieht und auch hier:
nur bei bestimmten Lichteinfallswinkel wird es als Foto erkennbar.
Nun stelle ich mit vor, wenn ich mit einem nicht rund und spitz zulaufendem Stichel, sondern mit
einem "klassichen cnc-Gravierstichel" so ein Bild "haemmere" und den Stichel mit der flachen Seite
nach Rechts ausrichte und ein zweites Bild mit einem um 180 Grad gedrehten Stichel darueber lege,
dann sollte man 2 Bilder sehen koennen - ja nach Betrachtungswinkel.
Lohnt das einen Versuch?
Und: wie muss eine Stichel optimal geformt sein, um zu ritzen und um zu "paegen", "haemmern" oder
wie immer man das nennen will?
Wenn ich mit dem oszillierenden Rundstichel arbeite, dann entsteht immer ein Grat, den ich hinterher
wegpolieren muss. Ist da vielleicht eine vorne leicht abgeflachte Spitze oder gar eine Kugelform besser?
Munter bleiben
Wicki
diese Mail ist ueber einen Zeitraum von ca. 2 Wochen "gewachsen" bevor ich
sie Abgeschickt habe:
Ich habe letztens fuer meine Fraese ein "Stichelgeraet" gebaut.
Das Problem beim CNC-Gravieren ist ja oft, dass bereits wenige
hundertstel mm Differenz bei Eindringtiefe eine V-Stichels (durch
Unebenheiten des Materials oder der Auflagefläche) ganz erhebliche
unschoene Breitenaenderungen der Gravur verursachen.
Ich habe nun ein oszillierendes Messer so umgebaut, dass es einen
HSS-Stichel mit einfacher geschliffener Spitze aufnehmen kann.
Dieser Stichel ist in einer Messingbuchse federnd gelagert und ragt
ca. 2 mm aus der Buchse heraus.
Der Stichel schlaegt dann nur mit der Federkraft waehrend der Bewegung
des Messerkopfes winzige Vertiefungen ins Material. Im Gegensatz zum
"Ritzen" wirkt sich aber der Reibungswiderstand im Material nicht so
stark aus und auch sehr kleine Kreise bleiben rund und zeigen nicht die
typischen Ei-foermigen "Unrundheiten".
Um nicht nur Graphiken und Konturen sondern auch Grautoene gravieren
zu koennen, habe ich ein Programm geschrieben, das aus Grautoenen
Kreise berechnet und so z.B. einen weissen Bildpunkt gar nicht, einen
hellen Bildpunkt mit einem grossen Kreis und einen dunklen Bildpunkt
mit einem kleinen Kreis stichelt. ("gross" heisst in diesem Fall 1mm
und "klein" weniger als 1/10 mm)
Ein erster Versuch in einem Alu-Blech ergab ein Bild, das wie eins der
aus unserer Kindheit bekannten "Wackelbilder" wirkt: Auf den ersten Blick
ist es eine graue Flaeche mit unregelmaessigem Muster - je nach Lichteinfall
ist das Bild zu erkennen, zu erahnen oder wirkt sogar "durchscheinend".
Und nun komme ich zu dem Punkt: die Idee mit der Umsetzung von
Helligkeitswerten in Kreisradien war meine erste spontane Idee und
sie war am leichtesten Umzusetzen. Besser waere vermutlich, jeden Bildpunkt
in eine Matrix umzurechnen, und dann helligkeitsabhaengig keinen, einen oder
einen "Stichelhaufen" um das Zentrum des jeweiligen Bildpunktes herum zu
setzen. (Das sollte dann Bilder ergeben, die aehnlich wirken, wie die Bilder
von Roy Lichtenstein.)
Nun habe ich das Programm so geaendert, dass kleine "Sternchen" gestanzt/gestichelt/geritzt
werden: je nach Helligkeitsstufe nichts, eine winziges Kreuzchen, eine kleines oder ein grosses
Kreuz. (in 255 verschiedenen Abstufungen)
Mit einem unbewegten (nur leicht aufliegendem) Stichel kommt auf eine polierten Aluplatte ein
Bild heraus, das an ein Hologramm erinnert - nur bei ganz bestimmtem Lichteinfall ist das Bild
ueberhaupt zu sehen. Sonst wirkt die Platte nach wie vor wie poliert.
Auf einer Silbermuenze (999er) mit einem oszillierenden Stichel entsteht ein Bild, das wie ein
grosser Fleck aussieht und auch hier:
nur bei bestimmten Lichteinfallswinkel wird es als Foto erkennbar.
Nun stelle ich mit vor, wenn ich mit einem nicht rund und spitz zulaufendem Stichel, sondern mit
einem "klassichen cnc-Gravierstichel" so ein Bild "haemmere" und den Stichel mit der flachen Seite
nach Rechts ausrichte und ein zweites Bild mit einem um 180 Grad gedrehten Stichel darueber lege,
dann sollte man 2 Bilder sehen koennen - ja nach Betrachtungswinkel.
Lohnt das einen Versuch?
Und: wie muss eine Stichel optimal geformt sein, um zu ritzen und um zu "paegen", "haemmern" oder
wie immer man das nennen will?
Wenn ich mit dem oszillierenden Rundstichel arbeite, dann entsteht immer ein Grat, den ich hinterher
wegpolieren muss. Ist da vielleicht eine vorne leicht abgeflachte Spitze oder gar eine Kugelform besser?
Munter bleiben
Wicki