Hallo Peter,
zunächst zu Deinen Fragen:
1) nach meiner Auffassung von einer handwerklich soliden Emailarbeit sollten Emailarbeiten, ganz gleich welcher Art und Technik, immer gegenemailliert werden. Zum Gegenemaillieren sichtbarer Flächen nur „gutes“ Email verwenden, niemals Abfälle!! Wenn es nicht schön glatt ausfließt, musst Du vielleicht die Ofentemperatur bis kurz unter den Schmelzpunkt des Lotes erhöhen, oder auch etwas länger brennen. Bei niedrigen Temperaturen ist das Email sehr viskos und braucht länger um glatt auszufließen.
2) Emailschmuckstücke wölbe ich aus 2 Gründen so gut wie immer. a) die Wölbung verleiht den Schmuckstücken wesentlich mehr Stabilität und b) konvex gewölbte Emailflächen lassen sich wesentlich einfacher schleifen.
3) Bei Werkstücken bis etwa 5 x 5 cm wähle ich eine Feinsilber-Blechstärke von rund 0,7 mm. Durch das beidseitige Emaillieren werden die Stücke mehr als ausreichend stabil.
4) Eine glatte hochglanzpolierte Metalloberfläche mag ich bei der Verwendung transparenter E’s nicht so sehr. Deshalb strukturiere ich die Blechoberfläche fast immer. Dabei wende ich verschiedene Oberflächengestaltungen an wie: Punzieren, Gravieren, bearbeiten mit Kugelhammer oder Hammerfinne, Fräsen, Strukturieren mit Hilfe der Blechwalze und verschiedener Materialien wie Stoff, raues Papier (Aquarellpapier, Küchenkrepp gefalten oder glatt, Pergamentpapier, Wellpappe usw.), Metall- oder Stoffnetzen (Apfelsinennetz)
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Strukturieren einer Oberfläche mit der Walze und eingelegtem Apfelsinennetz[/mitte]
usw. usf. Nach dem Strukturien „Glänze“ ich die Oberfläche mit einer feinen Glasfaserbürste oder, in selteneren Fällen mit dem Wollrad und fettfreier Polierpaste. Natürlich müssen manche Strukturen vor dem Auflöten des Rahmens erfolgen!
Ansonsten ich kann mich dem Urteil von Heinrich nur anschließen. Die beiden gezeigten Stücke sind sauber und gut gearbeitet. Solche Werkstücke mit aufgelötetem Rahmen bedürfen natürlich keiner Fassung mehr. Fassen muss man nur Emailplatten die keinen Metallrand haben. Dabei stehen einem die verschiedensten Möglichkeiten offen. Hier ein paar Beispiele:
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Kleine Landschaft, in "Nasstechnik" frei gemalt, ca 4x4cm[/mitte] Hier wurde eine Kupferplatte in den Rahmen eingeklebt. Der Rahmen besteht lediglich aus einem aufgelöteten Silberdraht.
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"Free climbing". Cloisonné, ungeschliffen, ca. 2 x 6.5[/mitte] Hier eine Krappenfassung
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Kleine Landschaft, Stegemail, ca 2 x 4,5 cm. [/mitte]Hier wurde ebenfalls eine Kupferplatte gefasst. Allerdings wurde der obere und untere Rand nur in einen „spitzen“ Winkel umgebördelt, die Platte von der Seite eiingeschoben und mit etwas 2-Komponentenkleber fixiert. Die Broschierung wurde ebenfalls geklebt, so dass keine Lötung anfiel!
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"Tänzer", Stegemail ungeschliffen, ca 2 x 5 cm[/mitte] Auch hier wurde die Platte in den hohen Rahmen eingeklebt.
Wie vorher schon einmal geschrieben wurden diese Lösungen und noch etliche Andere z. T. in meinen Kursen entwickelt, um Fassungen herzustellen, die auch in der „Küchentischwerkstatt“ ohne viel Werkzeug und ohne viel Metallhandwerkstechniken nachvollziehbar sein sollten, oder die auch in Kursen mit etwas älteren Schülern machbar waren.
Weiterhin viel Erfolg
Edmund
http://www.emailkunst.de
zunächst zu Deinen Fragen:
1) nach meiner Auffassung von einer handwerklich soliden Emailarbeit sollten Emailarbeiten, ganz gleich welcher Art und Technik, immer gegenemailliert werden. Zum Gegenemaillieren sichtbarer Flächen nur „gutes“ Email verwenden, niemals Abfälle!! Wenn es nicht schön glatt ausfließt, musst Du vielleicht die Ofentemperatur bis kurz unter den Schmelzpunkt des Lotes erhöhen, oder auch etwas länger brennen. Bei niedrigen Temperaturen ist das Email sehr viskos und braucht länger um glatt auszufließen.
2) Emailschmuckstücke wölbe ich aus 2 Gründen so gut wie immer. a) die Wölbung verleiht den Schmuckstücken wesentlich mehr Stabilität und b) konvex gewölbte Emailflächen lassen sich wesentlich einfacher schleifen.
3) Bei Werkstücken bis etwa 5 x 5 cm wähle ich eine Feinsilber-Blechstärke von rund 0,7 mm. Durch das beidseitige Emaillieren werden die Stücke mehr als ausreichend stabil.
4) Eine glatte hochglanzpolierte Metalloberfläche mag ich bei der Verwendung transparenter E’s nicht so sehr. Deshalb strukturiere ich die Blechoberfläche fast immer. Dabei wende ich verschiedene Oberflächengestaltungen an wie: Punzieren, Gravieren, bearbeiten mit Kugelhammer oder Hammerfinne, Fräsen, Strukturieren mit Hilfe der Blechwalze und verschiedener Materialien wie Stoff, raues Papier (Aquarellpapier, Küchenkrepp gefalten oder glatt, Pergamentpapier, Wellpappe usw.), Metall- oder Stoffnetzen (Apfelsinennetz)
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Strukturieren einer Oberfläche mit der Walze und eingelegtem Apfelsinennetz[/mitte]
usw. usf. Nach dem Strukturien „Glänze“ ich die Oberfläche mit einer feinen Glasfaserbürste oder, in selteneren Fällen mit dem Wollrad und fettfreier Polierpaste. Natürlich müssen manche Strukturen vor dem Auflöten des Rahmens erfolgen!
Ansonsten ich kann mich dem Urteil von Heinrich nur anschließen. Die beiden gezeigten Stücke sind sauber und gut gearbeitet. Solche Werkstücke mit aufgelötetem Rahmen bedürfen natürlich keiner Fassung mehr. Fassen muss man nur Emailplatten die keinen Metallrand haben. Dabei stehen einem die verschiedensten Möglichkeiten offen. Hier ein paar Beispiele:
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Kleine Landschaft, in "Nasstechnik" frei gemalt, ca 4x4cm[/mitte] Hier wurde eine Kupferplatte in den Rahmen eingeklebt. Der Rahmen besteht lediglich aus einem aufgelöteten Silberdraht.
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"Free climbing". Cloisonné, ungeschliffen, ca. 2 x 6.5[/mitte] Hier eine Krappenfassung
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Kleine Landschaft, Stegemail, ca 2 x 4,5 cm. [/mitte]Hier wurde ebenfalls eine Kupferplatte gefasst. Allerdings wurde der obere und untere Rand nur in einen „spitzen“ Winkel umgebördelt, die Platte von der Seite eiingeschoben und mit etwas 2-Komponentenkleber fixiert. Die Broschierung wurde ebenfalls geklebt, so dass keine Lötung anfiel!
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"Tänzer", Stegemail ungeschliffen, ca 2 x 5 cm[/mitte] Auch hier wurde die Platte in den hohen Rahmen eingeklebt.
Wie vorher schon einmal geschrieben wurden diese Lösungen und noch etliche Andere z. T. in meinen Kursen entwickelt, um Fassungen herzustellen, die auch in der „Küchentischwerkstatt“ ohne viel Werkzeug und ohne viel Metallhandwerkstechniken nachvollziehbar sein sollten, oder die auch in Kursen mit etwas älteren Schülern machbar waren.
Weiterhin viel Erfolg
Edmund
http://www.emailkunst.de
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