Flussmittel Firescoff

 
HIP26727
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Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 13:55 Uhr  ·  #1
Moin Gemeinde,
hat hier schon wer Erfahrungen mit dem Löt-Wundermittel namens "Firescoff" gemacht, das seit ein paar Jahren auch bei Goldschmiedebedarfs-Lieferanten zu stolzen Preisen herumgeistert und laut PR Flussmittel, Hitzeschutz und Beize in einem ersetzen soll?
Falls ja: Welche? (Vielleicht auch jenseits der eigentlichen Wirksamkeit als Flux, -> Verbrauch, -> Haltbarkeit, ->Handling, ...?)
Heinrich Butschal
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Re: Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 14:18 Uhr  ·  #2
Wenn es gleichzeitig Hitzeschutz sein soll, wie soll dann das Lot drunter fließen? Ist bestimmt anders gemeint.

Borax und Borsäure reichen. Als Hitzeschutz für alte Lötungen Tonerde mit Wasser und etwas Borsäure angemischt. Als Hitzeschutz für empfindliche Steine Wasser mit Toilettenpapier oder Sand.
HIP26727
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Re: Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 15:27 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
Wenn es gleichzeitig Hitzeschutz sein soll, wie soll dann das Lot drunter fließen? Ist bestimmt anders gemeint.

Arbeitet angeblich als Nanotech-Produkt auf katalytischer Basis, sprich: Veränderung der Potentialniveaus / Verhinderung der Oxidation. Dann wäre theoretisch nich einmal ein unmittelbarer mechanischer Kontakt erforderlich.
Kann technisch / physikalisch durchaus plausibel sein. Kann, muss aber nicht.
Siehe hier:
https://www.bullnheimer.de/sho…info=47017

Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
Borax und Borsäure reichen. Als Hitzeschutz für alte Lötungen Tonerde mit Wasser und etwas Borsäure angemischt. Als Hitzeschutz für empfindliche Steine Wasser mit Toilettenpapier oder Sand.

Jo, danke für die Tipps. Problem ist, dass man aufgrund der Weisheit der Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) als Otto-Normalmensch an die meisten nützlichen Chemikalien nicht mehr herankommt, zumindest nicht ohne die eine oder andere leichte Rechtsbeugung. Und seit 2003 würde Dir nichtmal mehr ein Chemiestudium als Sachkundenachweis reichen, um ein Tütchen Borax zu kaufen. :
Aber vielleicht könnte ich mir Borax, Borsäure oder so über 'nen fitten Dealer besorgen lassen?
Was man bekommt, schäumt normalerweise wie Sau, und mit steigendem Alter und nachlassender Sehschärfe fällt es mir zunehmend schwerer, den Lot-Pellets hinterherzujagen.
Heinrich Butschal
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Re: Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 16:19 Uhr  ·  #4
Ich kenne das Mittel nicht, aber ich habe mich kurz eingelesen. Es wird in den USA für den halben Preis wie hier angeboten, enthält scheinbar im wesentlichen unter 4% Phosphorsäure (Rostumwandler und Coca Cola) und wichtig scheint die Sprühflaschentechnik zu sein, dass sie nicht in der Flasche auskristallisiert.

Könnte man mit Rostentferner, verdünnt auch mal probieren.
Tilo
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Re: Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 17:36 Uhr  ·  #5
Heinrich Butschal
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Re: Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 17:38 Uhr  ·  #6
Tilo
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Re: Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 18:01 Uhr  ·  #7
ich denke nicht, daß der phosphorsäureanteil der wirksame Bestandteil ist, sondern der einzige, der im Sicherheitsdatenblatt als minimal gefährlich aufgeführt werden muß

so rein von den Anwendungsvideos siehts aus wie Flußmittel D, also Borsäure/Borax in Methanol


aber eben mit reaktivem nanowunderzeugs
HIP26727
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Re: Flussmittel Firescoff

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Gepostet: 02.06.2020 - 18:17 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
... aber ich habe mich kurz eingelesen.

Ja, ich auch. Bevor ich hier die Leute belästige, recherchiere ich natürlich ein wenig.

Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
Es wird in den USA ...


wie üblich

Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
... für den halben Preis wie hier angeboten,...


Aber auch die Fa. NVENTA Inc. ...
[attachment=1]FScoffNvent01.jpg[/attachment]
die es dort angemeldet hat, ist wohl nur Lieferant. 'Nen expliziten Hersteller habe ich nicht gefunden.

Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
enthält scheinbar im wesentlichen unter 4% Phosphorsäure (Rostumwandler und Coca Cola) ...

Öh, nein.
Die Phosphorsäure ist nur die einzige Komponente, die darin als gefährlich eingestuft ist. Und selbst das ist bei einer angegebenen Konzentration "1 mg/m3" (wenn ich das al ein Milligramm pro Kubikmeter interpretiere) lächerlich. Das dürfte mit 1 ppb = 1 Milliardstel für die meisten Chemielabore unterhalb der Nachweisschwelle liegen.
[attachment=0]FScoffNvent02.jpg[/attachment]
Die funktionale Komponente ist sicher, wie in der Beschreibung angegeben, diese ominöse "nano-monoxide ceramic". Der andere Kram soll das Zeug nur in Lösung halten und ist wohl so harmlos wie Karottenbrei.
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