Zitat geschrieben von Tilo
was für eine Art Ring/Schmuckstück soll denn gefertigt werden?
ich will dann mal praktische Erfahrungen einbringen
Heinrichs Methode ist unbestritten die sinnvollste, denn es kommt in der Praxis leider teils zu unerwartet harten Legierungen, wenn man einfach nur Palladium (und Gold) zugibt
diese Legierungen sind dann teils so hart, daß man sich Werkzeug beschädigt und/oder daß die Legierung zu spröde ist und beim Verarbeiten bricht
ok, dann bleibt (außer Quartscheidung) noch Guß eines als Alternative, denn da muß man nicht walzen/schmieden/biegen
und da man da einen Gußkopf braucht, paßt das dann auch zu folgender Rechnung
man kann mit 20% Palladiumzugabe (entspricht knapp 17% Pd in "krummer" Endlegierung) Weißgold daraus machen, aber wenn man den Goldfeingehalt erhalten will, muß man unerwartet viel Feinmetall zugeben, was entsprechend kostet und die zu verarbeitende Gesamtmenge erhöht (und die dann als Gußkopf in unbrauchbarer Legierung als Scheidgut übrigbleibt)
selbst raustland als fachmann hat sich da etwas verschätzt mit 40% Zugabe:
Beispiel 5g 585 (gelb bis rot) sind vorhanden und es soll eine Weißgoldlegierung 585 vmit 15% Palladium entstehen
da muß auf die Gesamtmenge 585 bezogen 57% Edelmetall zugegeben werden, auf den enthaltenen Feingehalt also nahe die gleiche Menge Feinmetall als Zugabe(wobei Palladium deutlich teurer ist als Gold) !
Rechnung: 5g 585 (incl. 2,92g Feingold) + 1,66g Feingold +1,17g Palladium= 7,83g 585
Probe: 7,83 x ,585= 2,92 + 1,66= 4,58
7,83 x -,15= 1,17
deshalb gilt: nicht jeder Goldschmied hat einen Brenner, der heiß genug ist für die Sache
und kein Goldschmied kann garantieren, daß das Gold nach der Palladiumzugabe noch verformbar ist
und die einfache Quartscheidung ist nach der teuren Palladiumzugabe dann auch erledigt
allenfalls Guß wäre wohl sicher machbar
Vielen Dank für diese ausführliche Erklärung!
Das Gold kommt aus einem Ring, und soll wieder zu einem Ring verarbeitet werden. So wie ich das sehe, ist Guß wohl die einzige praktikable Möglichkeit es umzusetzen. Aber verstehe ich das richtig, dass mit dem Gußkopf (was auch immer das ist) unabhängig davon, ob das Gold eine krumme Endlegierung oder genau z.B. 585 haben soll, in jedem Fall noch einiges an Gold dazugegeben muss?
Was unterscheiden den Guß dann kostentechnisch von der Quartscheidung?
Wird eine "krumme Endlegierung" eigentlich auch gestempelt (man könnte es ja genau ausrechnen)?