Im großen Stil wird Kupfer auf diese Weise hergestellt, aber dabei werden dann riesige Mengen umgesetzt, der Elektrolyt laufend ausgetauscht, in seine Bestandteile zerglegt und das enthaltene Kupfer dem Prozess wieder zugeführt. Dabei muss der Elektrolyt auf seine Zusammensetzung hin ständig überwacht werden.
Es wird dann noch durch Zusätze die Form der Kupferabscheidungen beeinflusst, die bewirken, dass sich dichte, gleichmäßige Kupferplatten bilden, ähnlich der Glanzmittel beim Vergolden, Versilbern, Vernickeln und sicher vielen anderen. Ohne dem kann sich das Kupfer als lose Schlammklumpen oder feste, aber wuchernder Äste zeigen, - auch in Abhängikeit von Zellenspannung und Zusammensetzung/Reinheit /Konzentration des Elekrolyten.
Eine gewisse Menge Chlorid verhindert die Bildung von löslichem Silbersulfat.
Tenside bilden Schaum und schwächen die Bildung von Säurenebel.
Die Temperatur liegt meist bei so 40°, wenn ich mich recht erinnere.
Das Ziel ist natürlich, reines Kupfer zu gewinnen. Die Anodenschlämme werden dann getrennt aufgearbeitet und sind eher ein nettes Nebenprodukt, das dann genauso aufwendig aufgearbeitet werden muss wie Altgold.
Ich glaube auch nicht, dass es für einen Goldschmied, der genug Arbeit hat, wirtschaftlich Sinn macht, selbst zu scheiden. Sollte er allerdings Interesse daran haben, ist das genannte Buch von Hoke DER Einstieg in die Materie. Es wendet sich hauptsächlich an den Goldschmied der damaligen Zeit, kommt mit einem Minimum an chemischer Theorie aus und führt den Nichtchemiker systematisch und sehr praktisch an das Thema heran und geht dabei auch in die Tiefe guten Handwerks. Dabei sollte er sich die überarbeitete Version wählen, da manche Methoden nicht mehr zeitgemäß sind. So verwendet man keinesfalls mehr Urea um überschüssige Stickstoffverbindungen zu eliminieren und man benutzt auch keinesfalls seine Geschmacksinne, um das Filtrat nach dem letzten Waschen auf Kupferspuren zu testen gibt noch mehr Beispiele, bei denen man heute nur noch ungläubig den Kopf schütteln kann.