Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

 
Stardust
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 25.12.2015 - 20:56 Uhr  ·  #9
Solche Geräte wurden immer wieder diskutiert. Konsensus ist zumindest, dass sie als zu teuer gelten - las gerade 8000€....und da schätze ich den Materialwert mal auf 50€ plus Fertigung sagen wir mal 150€

Das mit dem "Silberfilter" ist mir allerdings neu und kann ich spontan auch nicht erklären. Werd mich mal umhören.


In bezug auf die Amis, - da gibts eben noch ganz kleine Ein-Mann-Betriebe und ja, die würden es so machen.
Stardust
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 25.12.2015 - 21:18 Uhr  ·  #10
Also in einem bin ich mir schonmal sicher, das Gerät mag tun, was es soll, wenn du wirlich nur Au, Ag und Cu hineinbringst. Platinmetalle verunreinigen dein Gold und Nickel, Zinn, Zink, Blei, Cadmium versauen dir den Elektrolyten. Der muss bei der Firma völlig überteuert nachgekauft werden, obwohl er aus billigen Salzen besteht.

Und den faulen Elektrolyten musst du dann regelmässig kannisterweise vom Schadstoffspezialisten für ein paar hundert Euro abholen lassen.

Prinzipiell ist das eine Kupferzelle, - das Kupfer wandert zur Kathode, das Gold bleibt als Anodenschlamm zurück. Ob sulfat oder nitrat (bei nitrat landet das Palladium beim Silber) oder was anderes, weiß ich noch nicht. Vermutlich aber eines der ersten beiden. Der "Silberfilter" scheint mir ein Absetzbecken zu sein.

Für 200€ wäre es eine witzige Spielerei, aber 8000€? Und es bleibt ja nicht bei den 8000, weil man niemals gewährleisten kann, dass nur Au, Ag und Cu drin landen, schon garnicht bei Altgold, goldhaltigem Messing (333 mit Zink) und Lötstellen.
Tilo
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 25.12.2015 - 21:38 Uhr  ·  #11
ups, dann ist das ja noch unrentabler als gedacht

denn vorher muß ja noch kupferreich umlegiert werden
und wenn das reichlich vorhandene Zink, Zinn usw das Betriebsmittel versaut......
und neben dentalgold ist ja selbst weißgold nicht erlaubt, weil das pd das gold versaut
Stardust
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 26.12.2015 - 07:04 Uhr  ·  #12
Im großen Stil wird Kupfer auf diese Weise hergestellt, aber dabei werden dann riesige Mengen umgesetzt, der Elektrolyt laufend ausgetauscht, in seine Bestandteile zerglegt und das enthaltene Kupfer dem Prozess wieder zugeführt. Dabei muss der Elektrolyt auf seine Zusammensetzung hin ständig überwacht werden.

Es wird dann noch durch Zusätze die Form der Kupferabscheidungen beeinflusst, die bewirken, dass sich dichte, gleichmäßige Kupferplatten bilden, ähnlich der Glanzmittel beim Vergolden, Versilbern, Vernickeln und sicher vielen anderen. Ohne dem kann sich das Kupfer als lose Schlammklumpen oder feste, aber wuchernder Äste zeigen, - auch in Abhängikeit von Zellenspannung und Zusammensetzung/Reinheit /Konzentration des Elekrolyten.

Eine gewisse Menge Chlorid verhindert die Bildung von löslichem Silbersulfat.

Tenside bilden Schaum und schwächen die Bildung von Säurenebel.

Die Temperatur liegt meist bei so 40°, wenn ich mich recht erinnere.

Das Ziel ist natürlich, reines Kupfer zu gewinnen. Die Anodenschlämme werden dann getrennt aufgearbeitet und sind eher ein nettes Nebenprodukt, das dann genauso aufwendig aufgearbeitet werden muss wie Altgold.

Ich glaube auch nicht, dass es für einen Goldschmied, der genug Arbeit hat, wirtschaftlich Sinn macht, selbst zu scheiden. Sollte er allerdings Interesse daran haben, ist das genannte Buch von Hoke DER Einstieg in die Materie. Es wendet sich hauptsächlich an den Goldschmied der damaligen Zeit, kommt mit einem Minimum an chemischer Theorie aus und führt den Nichtchemiker systematisch und sehr praktisch an das Thema heran und geht dabei auch in die Tiefe guten Handwerks. Dabei sollte er sich die überarbeitete Version wählen, da manche Methoden nicht mehr zeitgemäß sind. So verwendet man keinesfalls mehr Urea um überschüssige Stickstoffverbindungen zu eliminieren und man benutzt auch keinesfalls seine Geschmacksinne, um das Filtrat nach dem letzten Waschen auf Kupferspuren zu testen gibt noch mehr Beispiele, bei denen man heute nur noch ungläubig den Kopf schütteln kann.
Stardust
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 26.12.2015 - 08:01 Uhr  ·  #13
Oh, hab gerade noch einen oder zwei, naja, Fehler kann man schon sagen, im Zahngoldexperiment entdeckt: Die Zahnreste entfernt man nicht mit der hochgefährlichen Flusssäure! Einfach mit nem Hammer draufhauen, schon trennen sich Zahn und Metall.

Außerdem "incineration is your friend" = das Zahngold einmal kräftig durchglühen entfernt organische Reste, die nicht in den Prozess gehören. Auch hier sehen wir das Fehlen von jeglicher guter Handwerkskunst. Dabei spreche ich von Zahngold. Amalgam gehört logischerweise in spezialisierte Betriebe und wird natürlich niemals erhitzt oder anderweitig bearbeitet!
Stardust
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 27.12.2015 - 01:01 Uhr  ·  #14
"- Keine Legierungen mit Blei, Zinn, Eisen und Platinmetallen."

"Verfärbt sich der Elektrolyt allerdings sehr dunkel bis schwarz, ist es wahrscheinlich, dass der Elektrolyt (durch die Zugabe von unedlen Metallen) stark verunreinigt ist.
In diesem Zustand kann er keine optimalen Ergebnisse liefern und sollte daher ausgetauscht werden."

http://getgoldhunter.blogspot.de/

LOL hier stehts auf nochmal.....und wie bitte sehr, soll man das verhindern?! ROTFL und Nickel und Zink haben sie geflissentlich nicht namentlich erwähnt, das fällt dann unter " Zugabe von unedlen Metallen"
Heinrich Butschal
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 27.12.2015 - 09:19 Uhr  ·  #15
Bei Zink müsste man es ausprobieren. Nickel fällt auf jeden Fall unter die Platinmetalle, diese aber nicht unter Unedelmetalle, oder?
Tilo
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Re: Interessante Einblicke in die Chemie der Goldschmiede

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Gepostet: 27.12.2015 - 10:06 Uhr  ·  #16
die FAQ kannte ich noch nicht

ganz unten ist Zink und Ni als Verunreiniger des Elektrolyts=Störer des Prozeß erwähnt

also ist das Gerät für Altgold industrieller Zusammensetzungen praktisch einigermaßen semioptimal (nett ausgedrückt)

und dann wird die Strichprobe erwähnt, um festzustellen, ob 972 oder 992
das übersteigt meine Fähigkeiten
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