Steinwolle unter die Schmelzschale und nach zwei Seiten Schamottsteine im 90° Winkel anordnen mit der Schmelzschale in der Ecke bringt schon einen gewaltigen Unterschied. Dann ist selbst mit einem 7€-Laborbunsenbrenner nur noch die Menge des zu schmelzenden Goldes begrenzt, - in diesem Fall ließ sich ein 0,2g Körnchen in einer 5cm Schale, die nur leicht mit Borax glasiert war, gut schmelzen. Für die Menge, die du schmelzen willst, ist Sauerstoff fast unverzichtbar, sofern du dir nicht einen Ofen bauen willst.
Ein kleiner Tip noch am Rande: Bei Feingold reicht es wirklich, nur die Schale mit Borax zu glasieren. Es dient hauptsächlich dazu, dass das Gold leicht aus der Schale zu lösen ist. Ist es geschmolzen, nimm die Flamme weg, zähl etwa bis 20 und schütte den "goldbutton" dann in ein Gefäß mit ausreichend Wasser. Wartest du länger, ist er schon festgeklebt undkürzer, dann ist das Gold evt. noch weich. Nur wenn sehr viele Metalloxide gebildet werden, braucht es mehr, um diese aufzunehmen und abzuführen. Wie das bei deinem Gold ist, weiß ich natürlich nicht. Ich habe von amerikanischen Onlinefreunden bisher höchstens von etwa 93% gediegenem Gold gehört, was nicht heißt, das es nicht auch reiner vorkommt.
Hohe Reinheit erkennst du an einer tiefen "pipe" (einer Senke in der Mitte), die harte Kanten hat, sowie ein leicht kristallines Aussehen und glänzender Oberfläche. Es gehört nicht allzuviel Fremdmetall dazu, diese Eigenschaften zu stören.
Auch das geschmolzene und erstarrte Borax kann dir viel verraten. Bei Feingold bleibt es klar oder, wenn die Flamme etwas zu heiß war, auch mal leicht purpurn. Braun kann Eisen anzeigen, Grün zeigt Kupfer. Hierzu einfach mal Boraxperle googlen.
Bei unreinem Gold und Erzen allgemein kann eine andere Zusammensetzung des Flussmittels nützlich oder erforderlich sein. Grob unterscheidet man reduzierende (zB Natriumcarbonat=Soda), oxidierende Eigenschaften (zB Kaliumnitrat=Salpeter) oder auch welche, die die Schlacke dünnflüssiger machen (zB Flussspat). Hierzu wirst du viele gute alte Bücher und Forentexte finden, wenn du nach flux, smelting und gold suchst.
Etwas, womit ich noch keine praktischen Erfahrungen habe, was aber in diesem Zusammenhang bestimmt interessant wäre, ist das Kupellieren (cupelling). Ein für Anfänger tolles deutschprachiges (und kostenpflichtiges) Buch hierzu ist "Erze und Metalle - ihre Kulturgeschichte im Experiment" von Moesta. Hierbei wird Blei (Bleidämpfe toxisch! Absaugung!) hinzugegeben, oxidiert und die Bleioxidschmelze (litharge) wird von der Kupele aus Knochenasche (hauptsächlich Calziumphosphat) und Bindemittel aufgesogen, wobei sie die anderen unedlen Metalle in Oxidform mit abführt. Übrig bleiben Gold, Silber und Platinmetalle. Dieses Verfahren wurde meist zum Testen von Erzen eingesetzt, wobei der nächste Schritt das "aus der Quart Scheiden" gewesen wäre, also Silber zugesetzt, zu cornflakes gegossen und mit Salpetersäure geschieden, womit Silber und Platinmetalle (ja, in Silber legiertes Platin ist in HNO3 löslich!) größtenteils in Lösung gehen. Das übriggebliebene Gold wurde schließlich mit aqua regia gelöst, wieder gefällt, gewaschen, geschmolzen und anhand der Größe des Goldkorns, das Gewicht bestimmt. Erfahrene Assayer (Goldtester) erreichten dabei schon vor 150 Jahren eine Präzision, die an heutige Geräte ab 30000€ herankommt. Das finde ich mal sehr krass beeindruckend.
Zu den hier (nicht nur von mir) genannten nasschemischen Verfahren möchte ich noch anfügen, dass ich sie nur zu theoretischen Zwecken anreiße. Die Gase, die Salpetersäure beim Lösen von Metallen entwickelt, sind saugefährlich und haben nichts, aber auch garnichts außerhalb eines Chemielabors mit Absaugschrank oder vergleichbar sicherem Arbeitsplatz zu suchen! Ich kenne jemanden, der in jungen Jahren nur einen Atemzug dieser nitrosen Gase eingeatmet hat und er läuft noch jetzt, 30 Jahre später, mit Sauerstoffflasche und einem Lungenemphysem herum. Auch kleine Mengen schaden auf Dauer, da die Schädigung kumulativ ist.