Silber dünn walzen/schmieden

 
santos
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Re: Silber dünn walzen/schmieden

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Gepostet: 23.06.2014 - 13:46 Uhr  ·  #17
Ich hab heute mal probehalber Reinsilber ausgeschmiedet und zwischendurch mit Fluoron ausgeglüht. Da scheinen Bestandteile vom Fluoron ins Silber zu diffundieren. Denn das Silber wird mit jedem Glückvorgang härter Kann das jemand erklären?

Gibt es noch andere Möglichkeiten Reinsilber durch z.B. Diffusion zu härten. Vieleicht mit einer Kupfersalzlösung ausglühen(ich hab einiges an Metallsalzen da Nickel, Kupfer... usw..)?

Das 925 Silber ist zwar dank des Ausglühens in Floron sauber geblieben, war jedoch dennoch ziemlich hart zu schlagen! Kein Plan ob das in Folge irgendwelcher Diffusionsprozesse des Fluorons entstanden ist. Reinsilber richtig ausgeglüht ist teilweise beim ersten Schlag butterweich, sodass ich also noch keine Vorstellung davon hab wie weich ausgeglühtes 925 Sterling werden kann
Tilo
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Re: Silber dünn walzen/schmieden

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Gepostet: 23.06.2014 - 13:54 Uhr  ·  #18
> Reinsilber ausgeschmiedet und zwischendurch mit Fluoron ausgeglüht.

da ist Fluoron unnötig, weil ohne Kupfer kein Blausilber

> Da scheinen Bestandteile vom Fluoron ins Silber zu diffundieren.

glaube ich nicht

> Denn das Silber wird mit jedem Glückvorgang härter

unlogisch
es wurde geglüht und abgeschreckt?

>Kann das jemand erklären?

nee



>Gibt es noch andere Möglichkeiten Reinsilber durch z.B. Diffusion zu härten.

legierungen lassen sich durch temp.Behandlung aushärten, das Salz dabei soll aber nichts abgeben


du hast trotz Nachfrage immer noch nicht geschrieben, was für 925er das ist
santos
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Re: Silber dünn walzen/schmieden

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Gepostet: 23.06.2014 - 14:34 Uhr  ·  #19
Ohh sorry.. Das ist Schmucksilber. Benutze alte Panzerketten die ich bei Ebay erstanden hab. Vom Beruf her komme ich aus der Chemie/Umweltbranche. Hab also sehr gute Chemiekenntnisse. Plus Studium in den Bereichen.

Hab eben mal Reinsilber (nur zweimal) in einer gesättigten Kupfersulfat-lsg ausgeglüht. Wie zu erwarten diffundierte Kupfer in das Silber. Man konnte sehr schön sehen wie es sich mit jedem weiteren Glühvorgang weiter im Silber ausbreitete Ein Zeichen das das Kupfer Reduziert wurde. Optisch sah es jedoch Mist aus.. Härte schien zuzunehmen..
(immernoch im 1g Bereich)

Werd jetzt mal jeden Glühvorgang mit der Kupfer-lsg ausglühen. Mal sehen wie es sich farblich und härtemäßig verändert.

Was auf jeden Fall Funktioniert ist Blei und Silber zusammengeschlagen(in zwei Schichten übereinander) und dann ausglühen. Das Blei zieht unverzüglich in das Silber. Sollte also mit anderen Metallen auch gehen.

Was eben auch nochmal zu einer Härtezunahme geführt hat, war Reinsilber das bereits dünn geschmiedet war und normal abgeschreckt wurde. Es wurde also sehr weich und biegsam. Danach das gleiche Stück mit Fluoron getränkt und wieder ausgeglüht. Das Ganze zwei bis drei mal... Das Wertstück wurde härter! Aber jetzt auch nicht glashart Mehr zäh.......
Aus dem Studium weiss ich das durchaus auch andere Atome zur Diffusion in Metallen neigen. Nehme mal an das in Fluoron Fluor drin ist


So nun zum Versuch:

Ich hab nun fast bis zum Schluss in Kupfersulfatlsg. ausgeglüht. Es bildet sich ein dunkelroter Film auf dem Silber(typische Kupferabscheidung wie in der Galvanik mit z.B. Eisennagel in CuSO4 Lsg + etwas Strom). Am Ende fühlt sich die Härte wie 925 Silber an. Anschließend muss man es jedoch irgendwie reinigen und polieren. Risse gab es keine! Hab es erstmal mit Säure behandelt. Soll ja nur aufzeigen das der Restfilm abgeht. Vieleicht kann man es auch noch in konz. NaOH kurz Kochen.

Ich würde also zum härten so vorgehen(bei Reinsilber):

Werkstück ganz normal ausschmieden! Das geht am leichtesten. ABER nur bis kurz vor dem letzten Schmiedevorgang. Vor dem Letzten würde ich das Werkstück einige male hintereinander mit CuSO4-Lsg ausglühen, bis ein homogener dunkelroter Film erreicht ist. Diesen Film würde ich nun beseitigen durch Säure oder kochen in einer Base. Dann den letzten Schmiedevorgang ausführen. Warum?

So schmiedet ihr beim letzten mal die relatib dicke Kupferschickt nicht mit ein. Das gibt unregelmäßigkeiten auf der Oberfläche. Und wenn man noch einen Schmiedervorgang offen hat, dann bekommt man zusätzlich Härte durch die Kaltverformung!

Versucht es mal
Tilo
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Re: Silber dünn walzen/schmieden

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Gepostet: 23.06.2014 - 15:37 Uhr  ·  #20
>Das ist Schmucksilber. Benutze alte Panzerketten die ich bei Ebay erstanden hab.

jo, da ist Lot drin, man weiß es also nicht so genau, was genau

> Optisch sah es jedoch Mist aus.. Härte schien zuzunehmen..

geil, nachträgliche Blausilberimplantierung
wozu zum Teufel soll das gutsein?


>(immernoch im 1g Bereich)

also praktisch oberflächliche Härtung
und weil so klein, eben durchgehend erscheinend


> Nehme mal an das in Fluoron Fluor drin ist

warte mal:
ist im Zitronenfalter Zitrone drin?
im Hundekuchen Hund oder Kuchen?
im Erdbeerjoghurt Erdbeere?
im Leberkäse Leber oder Käse?

aber man könnte ja mal googln, was drin ist
z.B. mit Fluoron Sicherheitsdatenblatt

und da stellt sich raus, daß es aus
Borax
Borsäure
sowie Phosphorsäure und Ammoniak besteht
nix Fluor
Heinrich Butschal
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Re: Silber dünn walzen/schmieden

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Gepostet: 23.06.2014 - 18:59 Uhr  ·  #21
Von Studenten im Bereich Chemie kenne ich Beschreibungen die wesentlich präziser sind, die die Chemikalien kennen und benennen sowie exakte Mengen, Temperaturen, Konzentrate und Molgewichte angeben.
Kein Chemiestudent überlebt das erste Semester wenn er schreibt er hätte Silber in irgendeine Base gelegt. Denn er weis das jede Base in jeder Konzentration und Temperatur durchaus unterschiedlich reagieren kann.

Es wäre daher gut wenn Du erst einmal davon ausgehen würdest das Deine Kenntnisse durchaus noch viel Potential haben.

Auch könnten wir Dir besser helfen wenn Du Deine Beschreibungen präzisieren würdest, weil es eben nicht egal ist ob Du etwas auf Holz oder Holzkohle glühst.

Vorab so viel: Floron diffundiert nicht in Silber hinein auch kein Bestandteil des Florons. Und durch fachmännisch durchgeführtes Glühen wird Feinsilber nicht härter. Es muss also am Versuchsaufbau liegen wenn Dein Feinsilber härter wird.
Dazu bräuchten wir eine genaue Beschreibung.

Und wer hat Dich auf die Idee gebracht Silber in einer gesättigten Kupfersulfatlösung auszuglühen. Und wie geht das? Wie kann man in einer wasserhaltigen Lösung glühen? Oder meintest Du nach dem Glühen in der Lösung abschrecken?

Wenn Du einen Vorgang beschreiben willst, dann bitte wirklich genau.
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