Zitat geschrieben von cantony
Hi,
ich habe ein Hydrozonlötgrät Mic-o-mat 120 ...
Kenne dieses spezielle Gerät nicht, würde aber dasselbe vermuten wie Heinrich:
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
Vielleicht ist der Druckbereich nicht ganz dicht und dann muss nach dem Einschalten erst neuer Wasserstoff erzeugt werden?
Ursache: Das erzeugte Gasgemisch (Knallgas und Booster-Dampf) im System ist warm. Beim Abkühlen / Kondensieren der Boosterflüssigkeit entsteht ein Unterdruck, der Umgebungsluft ins System zieht.
Effekt: Nach Wiederinbetriebnahme hast Du da zunächst ein Gemisch aus Knallgas, Boosterdampf und Umgebungsluft, dessen Verbrennungsgeschwindigkeit deutlich kleiner ist als die Ausströmgeschwindigkeit: Die Flamme bläst sich selbst aus. Ist also soweit normal.
(Wobei, meines Wissens, die meisten Hersteller eh empfehlen, bei längeren Betriebspausen die Geräte drucklos zu stellen.)
ABER:Was mich irritiert, sind die ...Zitat geschrieben von cantony
... Nur wenn ich das Gerät einige Tage nicht benutzt habe brauche ich fast 5 Minuten um die Flamme anzubekommen. Wie bei so einem uralten Gasherd. Flamme ganz klein ewig brennen lassen und gaaaanz langsam kommen lassen. ...
... 5 Minuten. Das erscheint mir sehr, sehr hoch. Alle mir bekannten Geräte haben konstruktiv ein ganz geringes Gasvolumen im System, schon aus Sicherheitsgründen. Die sind, selbst bei erster Inbetriebnahme, wenn wirklich das gesamte System voller Luft ist, nach spätestens 2 Minuten (geschätzt, eher deutlich schneller) voll auf Druck.
Wenn die
'120' in der Typenbezeichnung die Gaserzeugung in Litern/Stunde kennzeichnen soll (zumindest sollte die Größenordnung hinhauen), wären das in 5 Minuten immerhin 10 Liter. Das sollte reichen, den kompletten Gasweg vom Reaktor -> Booster -> Schläuche -> Brenner x-mal leerzupusten. (Wenn Du nicht gerade 100 m Schlauch angeschlossen hast.)
Zwei prinzipielle Fehlermöglichkeiten:
a) Es wird zu wenig Gas erzeugt.
b) Es geht zuviel Gas verloren.
Fragen:Allgemein.
War dieses Verhalten von Anfang an so, oder erst neuerdings? Abrupt oder peu à peu?
Falls ersteres: Vielleicht doch konstruktionsbedingtes Problem. (Glaube ich nicht.)
Falls letzteres: Möglicherweise BtriebS(stunden)-bedingte Verengung / Verstopfung im Gasweg. (Wie alt ist das Teil?)
Möglichkeiten:- Damit Leben und hoffen, dass es nicht schlimmer wird.
- Generalüberholung oder neu kaufen.
Zu a)- Wann ist zuletzt der Elektrolyt nicht nur aufgefüllt, sondern komplett erneuert worden? Vor wieviel ca. Betriebsstunden?
- Ist Elektrolyt beim Auffüllen ggf. ab und an übergelaufen?
- Ist ggf. mal mit Leitungswasser oder schlimmerem statt Aquadest aufgefüllt worden?
Möglicherweise auch Fehler in der Leistungselektronik. (z.B. ein Zweig des Gleichrichters defekt.)
Kontrolle: Bei allen vorstehenden Punkten wird die Aufnahmeleistung
bei aktiver Elektrolyse deutlich unter dem Nennwert (Datenblatt / Typenschild) liegen. Dann detaillierte Fehlersuche erforderlich (hoffentlich nicht).
Messmöglichkeit: Halbwegs exaktes Steckdosen-Verbrauchsmessgerät. Befreundeter Fachmann mit entsprechendem Messequipment.
Zu b)- Wie lange dauert es, bis nach dem Einschalten der Nenn- / Solldruck erreicht / der Elektrolysevorgang abgeschaltet wird? (Separate Anzeige? Ansonsten Betriebsgeräusch.)
- Schaltet sich der Elektrolysevorgang
vor Erreichen des Nenn- / Solldruckes aus und später wieder ein? Ggf. mehrmals? (Könnte auf Verstopfungen hinweisen)
- Wird der erreichte Druck
bei geschlossenem Brennerventil auch über zumindest mehrere Minuten gehalten oder sinkt er schnell ab und die Elektrolyse schaltet sich wieder ein? Falls ja: Wie schnell?
- Und / oder sinkt der Druck
bei geschlossenem Brennerventil nach Ausschalten des Hauptschalters recht schnell auf Null ab?
Undichtigkeit lokalisieren (Lecksuchspray) und beheben. Neuralgische Stellen:
- Brennerventil,
- Verschluss Reaktorgefäß,
- Verschluss Boostergefäß,
- Schläuche / Schlauchanschlüsse.
Viel Erfolg.