Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

Zinnscheiben vorbereiten zum Polieren von Sphalerit.

 
alter uhu
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Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

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Gepostet: 04.06.2026 - 17:25 Uhr  ·  #1
Sphalerit zu polieren ist eine Kunst für sich. Kleine Facetten gehen noch recht gut. Ich wollte aber eine 2 qcm große Fläche probieren. Die Fläche wurde zunächst freihändig auf einer 1200 Diamantscheibe plan geschliffen. Mit einer 3000er hat man kein besseres Ergebnis, mir hat sie Riefen aus der Oberfläche heraus gerissen, die nur schwer auszupolieren waren. Ich verwende zwei Zinnscheiben mit unterschiedlicher Körnung. Zum Vorpolieren eine reine Zinnscheibe mit 2µ polykristallinem Diamant und eine etwas härtere Scheibe mit 0,25µ polykristallinem Diamant.
Die Scheiben wurden zunächst sorgfältigst gereinigt und die alten Beläge entfernt. Dann wurde etwas WD40 aufgesprüht und der Überschuss mit Küchenkrepp abgenommen. In die fast trockene Scheibe wurde eine winzige Menge Diamant mit der Fingerkuppe eingerieben. Ein Versuch, mit der so vorbereiteten Scheibe den Stein zu polieren, ging daneben: der Zug (drag) der Scheibe riss mir den Stein aus der Hand. Mit einem polierten Achat rieb ich die Schicht weiter ein, bis der Achat ohne Zug über die Scheibe glitt. Jetzt konnte ich auch den Sphalerit polieren. Es gab schnell einen Hochglanz. Es dauerte nur eine Weile um die Riefen der 3000 Diamantscheibe weg zu bekommen. Die Politur zeigte in einem bestimmten Winkel die hauchfeinen Spuren der 2µ Körnung, aber keinen "Grauschleier". Die zweite Polierscheibe wurde wie die erste vorbereitet, aber mit 0,25 µ Diamant belegt. Mit dieser Scheibe konnte ich die Spuren der Vorpolitur großenteils beseitigen. Warum nur großenteils? Ich hatte den Stein freihändig zwischen den Fingern geschliffen und zwei Ebenen erzielt. Die eine Ebene polierte sauber - sie war wohl wirklich plan - die andere zeigte noch Spuren der Vorpolitur. Nun wollte ich einen zweiten vor polierten Stein polieren. Es ging nicht so recht voran. Sollte ich die ganze Prozedur des Belegens und Einreibens neu machen? Ich hatte ja noch meinen fertigen "Uhupol" Spray.... Kurz entschlossen einen Sprühstoß auf die Scheibe... der Stein zog ein wenig, bis die Scheibe trocken war .... und der Stein war blank poliert. Im harten Licht sieht man ein paar feine Kratzer - kräftiger als die von der Vorpolitur. Das kommt davon, wenn man den Arbeitsplatz nicht vorher säubert und der Staub von Wochen in der Luft hängt. Einzelne Kratzer dieser Art lassen sich nur schwer vermeiden. Ohne Lupe sehe ich sie nicht...Ich schließe aus dem Ergebnis, dass es weniger auf die Zusammensetzung der Trägerschicht ankommt, welche bei D40 aus Petroleum, Vaseline und aromatischen KW besteht und bei "Uhupol" (der selbst gemixten Lösung) aus Macrogolen und Brennspiritus. Es kommt wohl auf die Konsistenz und Schichtdicke an. Wichtig sind außerdem die Polierrichtung und der Druck. Wie weit die Drehzahl der Scheibe herein spielt, habe ich noch nicht getestet. Die jetzige Drehzahl liegt vermutlich über 1000/min. Das ist eigentlich viel zu hoch.....
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Heinrich Butschal
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Re: Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

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Gepostet: 05.06.2026 - 07:45 Uhr  ·  #2
capcuadrate
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Re: Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

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Gepostet: 05.06.2026 - 09:25 Uhr  ·  #3
toll und Danke für das viele Schreiben. Warum Freihändig ? wäre auf einem Dop nicht besser ?
Gemben
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Re: Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

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Gepostet: 05.06.2026 - 22:17 Uhr  ·  #4
Hallo Uhu, ja man kann Sphalerite völlig kratzerfrei polieren. Bei so großen Flächen kann ich allerdings nicht mitreden.
Meine Erfahrungen sind folgende. Den Schliff mache ich mit einer 1200er Sinterscheibe. 3000er ist nicht besser im Gegenteil. Vorpolitur mit 8-9 k Diamant auf Zinn oder Zink. Bei der Vorpolitur ist die Behandlung der Scheibe nicht ganz so wichtig, man kann auch mit Pasten arbeiten.
Bei der Vorbereitung der Politurscheibe muß man sehr genau sein. Ich verwende ganz normalen 100k monokr. Diamant auf Zinn, davon eine ziemlich große Menge, jedenfalls mehr als gemeinhin üblich. Ich hab da so einen winzigen Zahnarztlöffel, damit passt die Dosierung ganz gut. Mit sehr wenig WD 40 und einem Papier auf der Scheibe verteilen. Die Scheibe muß danach gleichmäßig stumpf grau aussehen. Solange drüberwischen bis es fast nicht mehr ölig ist. Die Fingerkuppe darf nicht mehr gleiten sondern es muß stocken. Damit polieren die Facetten blitzschnell und meist kratzerfrei. Bei zu viel Abrieb (Schwärze) auf der Scheibe kratzt es, eine bloße Reinigung tut es nicht, man muß die Prozedur wiederholen.
Ich glaube auch, dass die meisten Kratzer nicht von Fremdpartikeln herrühren, es sind meist Ausbrüche an Facettenkanten welche evtl. mit einer Spaltebene in Verbindung stehen. Diese winzigen Partikel zieht man sich über die Politur mit entsprechendem Ergebnis. Dasselbe kann passieren wenn die darunter liegende Ebene noch nicht poliert ist. Dort stehen noch Kämme und man reißt sich die Facette kaputt. Ich poliere diesen Stein deshalb immer von unten nach oben, Rundiste zuerst.
Ob die Facette gut poliert hört und spürt man sofort. Es hört sich an wie ein leichtes Reiben anderes kann ich es nicht beschreiben. Klingt es anders, kann man es vergessen, entweder stimmt die Schicht nicht oder die Facette passt nicht.
Ich glaube 1000 Umdrehungen sind viel zu schnell. Meine Scheibe läuft sehr langsam und für die meisten Facetten brauche ich nur 10 Wischer.
Carlos
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Grosse Facette

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Gepostet: 05.06.2026 - 23:51 Uhr  ·  #5
@ uhu

Eine 2 qcm grosse Facette zu polieren ist schon eine grosse Herausforderung. Würde gern wissen wie gross die Facette auf dem Sphalerit auf dem Foto ist und glaub das kann ein Einzelstück werden. Habe bei Gavrikelnkos Steine geschaut und sogar bei einer über 250 ct. Sphalerite ist die grösste Facette nicht ganze 2 qcm. gross, dennoch einwandfrei poliert. Wie er das hinbekommt ist mir ein Rätsel.
Bin gespannt was aus deinem Tropfen wird.
Viel Erfolg und schönes Wochenende.

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Carlos
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Grösse und Tiefe

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Gepostet: 06.06.2026 - 00:00 Uhr  ·  #6
kristaller
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Re: Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

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Gepostet: 07.06.2026 - 11:10 Uhr  ·  #7
Hallo zusammen,
wirklich super spannend und interessant diese Berichte zum Thema Sphaleritpolitur 👍
Mir ist dieser Rohstein allerdings zu empfindlich und zu knifflig ;-)
Gemben
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Re: Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

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Gepostet: 07.06.2026 - 15:36 Uhr  ·  #8
Sind das evtl. Kratzer, dann wäre ich ja beruhigt, dass es ihm auch passiert. Bei so einer großen Tafel nicht verwunderlich.
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DadaKaka
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Re: Aus uhus Werkstatt. Juni 2026

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Gepostet: 07.06.2026 - 18:43 Uhr  ·  #9
Und links unten zwischen 7 und 8 Uhr auch. Ich als Laie habe nach den Diskussionen hier den Eindruck, dass es für den Stein keine 100% Lösung beim Polieren gibt.

Was mich aber immer wieder wundert, ist dass gewisse Shopping Sender Schmuck mit Sphalerit verkaufen, ohne auch nur den Hauch einer Andeutung zu machen, wie empfindlich dieses weiche Material reagiert.
Carlos
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Kratzer?

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Gepostet: 07.06.2026 - 21:55 Uhr  ·  #10
Auf den erstem Video schaut es wirklich ganz kurz am Anfang es seien Kratzer auf der Tafel. Mit so einer grossen Tafel, kein Wunder.

https://gem-sphalerite.com/sol…e-gemstone

Zwischen 7 und 8 kann man auf den Videos nichts bemerken, ausser die schwarzen Einschlüsse. Ob sich bei diesen während der Politur, Partikel loslösten und kleine Kratzer verursachten, wie Gemben so gut beschreibt, ist möglich.

Ganz Recht DadaKaka, was so an Schmuck angeboten wird ohne einem Hinweis, sollte total verboten sein. Fürchte Käufer erleben eine Enttäuschung in kurzer Zeit. Es gibt natürlich auch unglaublich schönes Schmuck mit Sphaleriten, aber sind nur für eine wenig Gelegenheiten zu tragen. Auch habe ich gesehen solchen, zb. Anhänger, die in einer sehr geschützten Fassung eingefasst werden. Vor Kurzem habe ich noch ein gefassten Stein im einer web site gesehen, ganz beindruckendes Stück, leider nicht den link aufbewahrt.

@ Gemben

Ich bekomme nächste Woche noch 3 Stücke von Egor. Die Steine sind nicht rein und weit von Perfekt, aber ich wollte gerne die Schliffe. Bei einem habe ich an dich gedacht. Es war ein Rohstück, ein fast Würfel von ca. 12 mm, aber nur 9 mm tief. Die Schönheit dabei war es war ziemlich genau in zwei Farbzonen, eine Gelbe, eine Orange. Viele winzige schwarze Einschlüsse. Mit Egor kommentiert und wir beschlossen das er ein Markohinoor schleift. Das er so was 'kleines kann', allerhand. Rausgekommen ist ein 6,4 ct. Stück. Wenn sie ankommen werde ich im Butschalforum zeigen.
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