KI in der Werkstatt

 
Quadrant
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KI in der Werkstatt

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Gepostet: 15.01.2026 - 13:05 Uhr  ·  #1
Mich würde mal interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Chat KI gemacht habt.
Mir ist aufgefallen, dass alle Modelle komplett versagt haben. Ich wollte ein nicht Standard Schliff Design erstellen lassen. Auch nach Erklärung des Aufbaus von Schliffen wurde es nicht besser. Chatgpt wird sogar ziemlich arrogant wenn man auf das Ende der Kompetenz hinweist.
Gemben
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 15.01.2026 - 13:20 Uhr  ·  #2
Zitat geschrieben von Quadrant

Chatgpt wird sogar ziemlich arrogant wenn man auf das Ende der Kompetenz hinweist.


Das ist dann wohl schon KE (Künstliche Emotion). 😉
Heinrich Butschal
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 15.01.2026 - 17:25 Uhr  ·  #3
Heinrich Butschal
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 15.01.2026 - 17:31 Uhr  ·  #4
Zitat geschrieben von Quadrant

Mich würde mal interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Chat KI gemacht habt.
Mir ist aufgefallen, dass alle Modelle komplett versagt haben. ....

Kannst Du mal hier den Prompt posten? Das interessiert mich. Ich habe mal Chathub befragt und folgende Antwort zusammengefasst bekommen:

Ja, die meisten KI-Modelle können dir einen detaillierten Schliffplan erstellen, wobei die Herangehensweise und die Detailtiefe variieren. Während Modelle wie **GPT-5.2**, **Gemini 3 Pro** und **Kimi K2** direkt anbieten, spezifische Tabellen mit Index- und Winkelangaben zu berechnen, ist **Qwen3 Plus** zurückhaltender und verweist primär auf Fachsoftware, da die Präzision in der Lapidierung (Steinschleiferei) entscheidend ist.

Um einen funktionsfähigen Plan zu erhalten, der nicht nur geometrisch korrekt ist, sondern den Stein auch „zum Leben erweckt“ (Brillanz statt „Fenster“), benötigen die KIs von dir folgende Informationen:

### 1. Das Material (Brechungsindex / RI)
Dies ist der wichtigste Punkt. Ein Schliff für einen Quarz (RI 1,54) funktioniert nicht für einen Saphir (RI 1,76) oder einen Zirkonia (RI 2,15). Der Brechungsindex bestimmt den **kritischen Winkel**, unter dem das Licht totalreflektiert wird.

### 2. Die Hardware (Indexrad)
Welches Teilrad (Gear) nutzt deine Facettiermaschine? Gängig sind **96**, **72** oder **64**. Die KI muss wissen, für welches Rad sie die Indizes berechnen soll.

### 3. Das gewünschte Schliffbild (Form & Stil)
* **Form:** Rund, Oval, Kissen (Cushion), Smaragd (Stufenschliff), Trillion etc.
* **Stil:** Klassischer Brillant, Mixed Cut, Fantasy-Schliff oder Millenium-Schliff.
* **Priorität:** Maximale Brillanz (Funkeln), maximale Farbtiefe (bei hellen Steinen) oder maximaler Gewichtserhalt.

### 4. Rohstein-Daten
* Abmessungen (Länge, Breite, Tiefe) in mm.
* Eventuelle Einschlüsse, die durch die Platzierung der Facetten umgangen werden müssen.

---

### Was du als Ergebnis erwarten kannst:
Ein strukturierter Plan (ähnlich einem GemCAD-Diagramm) enthält normalerweise:

* **Pavillon (Unterteil):** Winkel und Indizes für die Hauptfacetten und eventuelle Halbfacetten.
* **Girdle (Rundiste):** Anweisungen zum Anlegen der Gürtellinie.
* **Crown (Oberteil/Krone):** Winkel für Hauptfacetten, Sternfacetten und die Tafel.
* **Reihenfolge:** Eine schrittweise Anleitung, welche Facetten zuerst geschliffen werden sollten, damit die Symmetrie gewahrt bleibt.

**Ein Beispiel (DeepSeek-V3.2):** Für einen Standard-Brillanten bei einem Material mit mittlerem RI könnten die Angaben so aussehen: Pavillon-Hauptfacetten bei **40.75°**, Kronen-Hauptfacetten bei **34.5°**.

**Wichtiger Hinweis:**
KI-generierte Pläne sind mathematische Idealmodelle. Erfahrene Schleifer empfehlen oft, solche Pläne mit spezialisierter Software wie **GemCAD** zu verifizieren, um sicherzustellen, dass sich alle Facetten auch tatsächlich treffen (Meetpoint-Faceting).

**Wie möchtest du fortfahren?** Gib am besten das Material und deine gewünschte Form an, dann kann ein konkreter Entwurf erstellt werden.
Quadrant
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 15.01.2026 - 19:54 Uhr  ·  #5
Standard Brillant können fast alle ausgeben. Aber sowie es vom Standard abweicht und spezielle Formen erwartet werden geht nichts mehr oder es schaltet sich die zufällige generierung ein (wie für Bilder genutzt wird).
Mein Prompt kann ich leider nicht posten, ich würde sonst eine spezielle Idee kompromittieren.
Heinrich Butschal
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 15.01.2026 - 21:33 Uhr  ·  #6
Die Ki repliziert vorhandenes, insbesondere massenhaft Vorhandenes. Daher kann sie in der Struktur, die sie derzeit hat, keine aussergewöhnlichen Dinge "entwickeln". In der Forschung wird sie auch dazu eingesetzt nach vorhandenen Regeln massenhaft Kombinationen zusammenzustellen und nach trial and error Methode vorzuschlagen.
Zielgerichtet zu entwickeln, würde ein logisches System als Grundlage voraussetzen, so wie die einzelnen Programme es haben. Wenn diese Logiken einmal offen und auslesbar sind, könnte es besser klappen.

Kommt bestimmt noch.
Quadrant
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 16.01.2026 - 00:02 Uhr  ·  #7
Das Problem ist, dass die KI im Grunde garnicht genau weiß, was sie da ausgibt (auch wenn die Ausgabe den Erwartungen des Nutzers entspricht). Ich glaube Tilo hatte die vergangenen Tage mal ein gutes Beispiel mit der Uhr und die Zeit. Tja lange Rede .....
Ich programmiere derzeit eine Engine um das Problem zu lösen. Ich werde, wenn meine Engine gut läuft eine "eigene" KI trainieren nur für diesen Zweck.
DadaKaka
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 18.01.2026 - 01:37 Uhr  ·  #8
Ich bin kein Schleifer und werde es auch nicht werden. Aber mit KI Modellen kenne ich mich ganz gut aus. Was KI kann, ist Mathematik und Physik und daraus abgeleitet Programmierung in unterschiedlichen Sprachen fast in Perfektion. Was KI definitiv nicht kann ist Kreativität.

KI bedeutet in der Regel nicht künstliche sondern kindliche Intelligenz. Erfahrung sammeln ist angesagt. Das LLM an die Fragestellung heranführen. Ich bin mal hergegangen und habe chatgpt mit gemray und gemtrace trainiert. Dann habe ich folgende Frage gestellt: 3D Design von Edelsteinschliffen in blender unter der berücksichtigung der optischen Gesetze beim schleifen von Edelsteinen. Beziehe die Erkenntnisse aus gemray und gemtrace mit ein.
Ergebnis siehe Anlage. Ob es auf Anhieb funktioniert, keine Ahnung. Der Py-Code ist relativ unkompliziert und ich habe die einzelnen Funktionen kommentieren lassen. Habe ich jetzt alles auf dem Handy gemacht. Interessant wäre auch als Alternative eine browserbasierte Webanwendung.
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🧠 1️⃣ Zielsetzung
Ziel ist ein parametrisches Edelstein-Design-Framework in Blender, das:
realistische Lichtbrechung und Reflexion simuliert,
Schliffformen aus .asc / .gem / .dGem / JSON-Daten importiert,
und den Lichtverlauf (Raytracing) analog zu GemRay bzw. GemTrace berechnet.
⚙️ 2️⃣ Physikalisch-optische Grundlagen
Umsetzung in Blender
Prinzip
Erklärung
Snell’sches Gesetz
Brechung an Grenzflächen: n₁·sin(θ₁) = n₂·sin(θ₂)
durch Material-Index (IOR) und Shader-Nodes
Totalreflexion
bei Einfallswinkeln größer als der Grenzwinkel
Blender „Glass BSDF“ oder „Refraction + Glossy Mix“
Dispersion
Aufspaltung des Lichtspektrums
durch RGB-Split-Shader oder „Prism dispersion“ Node-Group
Reflexionsgesetz
Einfallswinkel = Ausfallswinkel
automatisch in Ray-Tracing
Absorption / Transmission
Farbintensität nach Weglänge im Material
über Volume Absorption-Shader
🧩 3️⃣ Datenbasis aus GemRay / GemTrace
Beide Programme (von Robert Strickland) simulieren Lichtpfade in facettierten Edelsteinen.
Wichtige Parameter, die du übernehmen kannst:
Verwendung in Blender
Parameter
Bedeutung
Refractive Index
1.76 (z. B. Tansanit)
IOR-Wert des Glass-BSDF
Critical Angle
automatisch aus IOR berechenbar
zur Facettenoptimierung
Facet Table (X,Y,Z)
Schnittwinkel / Positionen
direkte Mesh-Koordinaten
Light Path Trace
Ein-/Austrittswinkel, Reflexionen
Visualisierung per Geometry-Nodes oder Python-Script
🧱 4️⃣ Modellaufbau in Blender
Variante A — manueller Import
Import GemRay .asc / .gem
Verwende ein Python-Skript, das die Koordinaten jeder Facette ausliest
(facet_index, x, y, z) und als bmesh-Vertices erzeugt.
Edges verbinden gemäß facet connectivity.
Normals prüfen, um Licht korrekt zu brechen.
Variante B — parametrischer Schliffgenerator
Verwende Geometry-Nodes:
Eingabe: Pavillon-Winkel, Kronenwinkel, Table-Ratio, Girdle-Thickness
Output: automatisch berechnete Facetten.
Der Node kann aus einer JSON-Schliffdatei gespeist werden.
🌈 5️⃣ Shader-Setup (optisch korrekt)
Dateiname: Design Framework für Blender.txt
Dateigröße: 26.8 KB
Titel: Keine Gewähr. Nicht gestest. Keine Haftung.
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alter uhu
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 18.01.2026 - 15:58 Uhr  ·  #9
Lieber DadaKaka,
Du hast Dir sicher viel Arbeit mit dieser Sache gemacht. Für mich ist das alles ein paar Nummern zu groß. Ich kann ahnen, worum es geht. Aber der Weg zur Anwendung ist für mich zu weit und zu steil. Das ist etwas für die nächste Generation. Mir fehlen die Grundkenntnisse. Aber Danke für die Arbeit!
alter uhu
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Re: KI in der Werkstatt

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Gepostet: 18.01.2026 - 19:57 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von DadaKaka

Ich bin kein Schleifer und werde es auch nicht werden. Aber mit KI Modellen kenne ich mich ganz gut aus. Was KI kann, ist Mathematik und Physik und daraus abgeleitet Programmierung in unterschiedlichen Sprachen fast in Perfektion. Was KI definitiv nicht kann ist Kreativität.

KI bedeutet in der Regel nicht künstliche sondern kindliche Intelligenz. Erfahrung sammeln ist angesagt. Das LLM an die Fragestellung heranführen. Ich bin mal hergegangen und habe chatgpt mit gemray und gemtrace trainiert. Dann habe ich folgende Frage gestellt: 3D Design von Edelsteinschliffen in blender unter der berücksichtigung der optischen Gesetze beim schleifen von Edelsteinen. Beziehe die Erkenntnisse aus gemray und gemtrace mit ein.
Ergebnis siehe Anlage. Ob es auf Anhieb funktioniert, keine Ahnung. Der Py-Code ist relativ unkompliziert und ich habe die einzelnen Funktionen kommentieren lassen. Habe ich jetzt alles auf dem Handy gemacht. Interessant wäre auch als Alternative eine browserbasierte Webanwendung.


Auch cool, hast du schon für dich getestet?
Dein Code macht aber etwas ganz anderes. Ich baue momentan eine engine (Code/Tool/Programm um den 3D Körper mit festen Regeln zu erstellen), damit als nächstes eine Ki (ausschließlich lokal, Modell noch nicht festgelegt) per Maschinensprache mit der Engine zusammen arbeitet und alles in der Logik eines Edelsteindesigns ausgibt.
Das fertige Setup soll eine fertige Datei ausgeben .gem oder .gcs (so wie es der Schleifer haben will). Aber es ist sehr aufwendig und ein nebenbei Projekt, ich brauche noch ein wenig Zeit. Ich habe noch Serverkapazität, das heißt, wenn es soweit ist, könnte ich das als Webanwendung zu Verfügung stellen
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